Jedes Jahr laufen wir als Schüler*innen am sogenannten „Lauftag“ durch die Feldmark, um Geld zu sammeln. Dieses Geld spendet die Schule für einen wohltätigen Zweck. Was genau für Projekte in Wirklichkeit dahinterstecken, wissen aber nur die wenigsten. Dieses Jahr ging ein Teil des erlaufenen Geldes an die Möwenweg-Stiftung. Die Stiftung ist ein Projekt der bekannten Barsbüttler Kinderbuchautorin Kirsten Boie. Seit Anfang 2019 trägt nun auch die Grundschule Barsbüttel ihren Namen. Außerdem wurde Frau Boie erst kürzlich zur Hamburger Ehrenbürgerin gewählt.

Was ist die Möwenweg-Stiftung?

Ihren Namen verdankt die Stiftung dem Bestseller „Wir Kinder aus dem Möwenweg“, welcher sogar für den KIKA verfilmt bzw. animiert wurde. Ziel der Stiftung ist es, AIDS-Waisen in Swasiland, Afrika, zu helfen. Swasiland liegt nahe der östlichen afrikanischen Küste zwischen Südafrika und Mosambik. Das Land hat die höchste HIV-Infektionsrate weltweit. Aufgrund von fehlenden medizinischen Einrichtungen und Hygieneartikeln nimmt die Rate nicht ab. Daraus resultiert bedauerlicherweise die Tatsache, dass viele der Kinder dort ohne Eltern aufwachsen müssen, da diese an AIDS verstorben sind. 2010 waren offiziell 45% der Kinder Swasilands Waisen.

Aus diesem Grund hilft das Projekt LITSEMBA (Hoffnung) bei der Einrichtung und Unterhaltung von sogenannten Neighbourhood Carepoints (NCP). Dort werden die Kinder von ehrenamtlichen Helfern betreut und eine grundlegende Versorgung mit Wasser, Nahrung und Medikamenten ist  garantiert. Zudem wird seit einiger Zeit versucht, den Kindern fundamentale Elemente wie das Lesen und Schreiben beizubringen. Da die ehrenamtlichen Helfer keine Bezahlung erhalten, wurden einkommensschaffende Maßnahmen etabliert. So erhalten Betreuer*innen eine grundlegende Ausbildung in der Buchhaltung. Zudem wird die Zucht von Lege- und Brathühnern unterstützt. Dadurch haben die Menschen vor Ort erstmals eine Perspektive. Auch die fehlende berufliche Ausbildung wird mittels einer Bildungsverantwortlichen, welche seit 2018 „im Dienst“ ist, wett gemacht. Die Helfer bekommen so besonders auf dem Gebiet der Pädagogik einen Eindruck, welcher ihnen hilft, den Kindern beispielsweise Lehrinhalte besser zu vermitteln.

Des weiteren finanziert die Möwenweg-Stiftung den Bau von neuen wetterfesten Wohnhäusern und Schulen in Swasiland. Die Kinder haben so die Möglichkeit, von Montag bis Freitag in einer extra fürs Lernen eingerichteten Umgebung zu lernen. Die neuen wetterfesten Häuser bieten der Bevölkerung Schutz vor der Sonne und hohen Temperaturen als auch vor den sinnflutartigen Wetterumbrüchen. Dass es in Swasiland regnet, kommt nicht oft vor. Doch wenn es erst einmal regnet, dann richtig. Das viele Wasser versucht die Stiftung mittels großer Wassertanks aufzufangen und für die Trockenzeiten zu speichern. Dadurch hat die lokale Bevölkerung einen weiteren Zugang zu gutem, sauberem Wasser. Natürlich hat sich die Stiftung auch Gedanken über den Brunnenbau in Swasiland gemacht. Ein Problem beim Bau von Brunnen ist die nicht vorhandene Kartographie von Afrikas Wasservorkommen. Ohne solche Kartographie müsste man die Brunnenschächte „auf gut Glück“ bohren. Zudem stellt der fortschreitende Klimawandel ein weiteres Problem dar. Der Grundwasserspiegel, dessen Höhe ohnehin unbekannt ist, sinkt vermutlich in den nächsten Jahren zunehmend.

Ein ungeheurer Fortschritt weit über die NCPs hinaus in einer Region, in der die generelle Stromversorgung nur 5% beträgt und es auch an Schulen praktisch nirgendwo Strom gibt.

Um all diese Maßnahmen finanzieren zu können, wird natürlich Geld benötigt. Aus diesem Grund freut sich die Stiftung über große und kleine Spenden. Zudem kann man eine Patenschaft abschließen und einen solchen NCP unterstützen. Patenschaften können Kitas, Schulen, Schulklassen, Firmen, Familien und Einzelpersonen übernehmen. Von dem Geld werden zum Großteil alltägliche Dinge wie Nahrung und Verbrauchsgegenstände als auch neue Kleidung, Matratzen oder ähnliches gekauft. Aber auch Nähkurse und Workshops können mit dem Geld angeboten werden. Eine echte Besonderheit gab es im Jahr 2015, als einige NCP sich von dem Geld Stromanschlüsse legen lies.

 

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